ADAC Skandal im chronologischen Verlauf

Der Skandal rund um den ADAC hat nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa erschüttert. Auch wenn der ADAC-Präsident Meyer nach dem Skandal noch betonte, dass er nicht zurücktreten werde, hat er nun den Sessel geräumt. Selbst die Autobranche hat auf den Skandal reagiert. So hat Daimler die Auszeichnung „Gelber Engel“ zurückgegeben und seine Preise korrigiert. Auch andere Autohersteller überlegen die Auszeichnung „Gelber Engel“ des ADAC zurückzugeben. Obwohl der Skandal sich nicht um die Leistung des ADAC an sich (Pannenhilfe) dreht, sondern um repräsentative Dinge fehlt vielen Mitgliedern das Vertrauen in den Club. Folgend den Verlauf der Ereignisse und die Entstehung des Skandals:

13. Januar 2014
Der VW Golf zum Lieblingsfahrzeug der Deutschen gewählt. 19 Millionen Deutsche haben an der Wahl des ADAC teilgenommen.

14. Januar 2014
Die ersten Manipulationsgerüchte werden von der „Süddeutschen Zeitung“ verbreitet. So hätte der VW Golf nur 3409 Stimmen erhalten; der Gewinner des ADAC „Gelben Engels“ hingegen hätte 34 299 Stimmen bekommen. Der Autofahrer-Club dementiert diese Zahlen.

16. Januar 2014
Geschäftsführer Karl Obermair verleiht VW Golf den „Gelben Engel“ und spricht von „Unwahrheiten durch die Medien“.

17. Januar 2014 – 9.56 Uhr
Michael Ramstetter, Kommunikationschef beim ADAC, gesteht die Fälschung. So wäre der VW Golf nicht zum Lieblingsauto der Deutschen gewählt worden. Ramstetter übernimmt die volle Verantwortung und tritt zurück.

19. Januar 2014
Die Manipulation und der Rücktritt von Ramstetter werden von der „Bild am Sonntag“ veröffentlicht. Das Präsidium des ADAC gibt sich unwissend.

20. Januar 2014
Wie bekannt wurde, hat Michael Ramstetter auch in den letzten Jahren die Umfragen der Lieblingsautos der Deutschen gestaltet. Es wird eine Aufklärung versprochen sowie eine komplett neue Transparenz. Personelle Konsequenzen sind bis zu diesem Tag nicht geplant.

21. Januar 2014
ADAC-Präsident Peter Meyer tritt nicht zurück. Die Staatsanwaltschaft hat sich eingeschalten und überprüft, ob Straftatbestände erfüllt sein könnten.

22. Januar 2014
Präsident Meyer verspricht den Mitgliedern ein Reformprogramm. Es soll für Mai eine Hauptversammlung geplant werden, bei welcher über die Transparenz und Offenheit des ADAC diskutiert werden müsse. Selbst von einer direkten Mitgliedereinbringung ist die Rede.

23. Januar 2014
Der ADAC entschuldigt sich offiziell bei den Autoherstellern. Ob der „Gelbe Engel“ weiterhin verliehen wird, sei unsicher, so der ADAC. Präsident Meyer sei überzeugt, dass die Verleihung des Preises eingestellt werden müsse. Am gleichen Tag werden durch das Amtsgericht München die Vereinsstatute des ADAC überprüft.

24. Januar 2014
Auch wenn es nicht gegen die Statuten spricht: Präsident Meyer hat den ADAC-Rettungshubschrauber für Dienstreisen genutzt.

28. Januar 2014
Nun berichtet die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, dass der ADAC-Präsident den Rettungshubschrauber auch dafür nutzte, von Veranstaltungen nach Hause geflogen zu werden.

29. Januar 2014
Wieder steht der ADAC mit seinem Rettungshubschrauber im Mittelpunkt. So wurde der Rettungshubschrauber im Jahr 2006 in Braunschweig für die Partie Braunschweig gegen Dresden angefordert. Der Hubschrauber sollte mit seinen Rotorblättern das Fußballfeld trocken legen. Das Innenministerium rügte das Verhalten der Stadt und die Anforderung, dass der Rettungshubschrauber für derartige Zwecke verwendet worden sei. Die Stadt musste den Einsatz des Rettungshubschraubers schlussendlich selbst bezahlen.

30. Januar 2014
In Verbindung mit der Badegewässeruntersuchung aus den 1990er Jahren werden Bestechungsvorwürfe untersucht.

10. Februar 2014
ADAC-Präsident Peter Meyer tritt zurück. Als Grund nannte Meyer die Manipulation des „Gelben Engel“ Preises und legte nach 13 Jahren das Amt mit sofortiger Wirkung nieder.

Aber der Rücktritt von Meyer bedeutet nicht, dass der ADAC wieder auf der Erfolgsspur ist. Nun haben Autohersteller angekündigt, dass sie den „Gelben Engel“ Preis wieder zurücksenden würden. Ebenfalls würde es Preisanpassungen der Fahrzeuge geben. Experten gehen davon aus, dass den ADAC eine Kündigungswelle der Mitglieder erreichen wird und sich immer mehr Mitglieder nach Alternativen zum ADAC umschauen. Wer der Nachfolger von Meyer wird, steht noch nicht fest. Wer auch immer den Posten übernimmt, tritt ein denkbar schweres Erbe an.

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